Die wunderbare Story von der Familienbrauerei in Osthofen vor der Rhön, die sich mit der Entwicklung der "Bionade" selbst aus dem Sumpf zog, ist vorbei. Die Bionade-Gründerfamilie um Peter Kowalsky hat ihre restlichen Firmenanteile an den bisherigen Mehrheitseigner, die Radeberger Gruppe, verkauft und zieht sich aus dem Unternehmen zurück. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung".
Bionade war zum Symbol schlechthin dafür geworden, dass Bio-Lebensmittel aus der einstigen Öko-Nische erfolgreich in die Mitte der Gesellschaft vorstoßen: Vom ökologisch korrekten Szene-Drink mit Kult-Charakter zum breitflächig vermarkteten Getränk für jedermann mit Lust auf gesunden Genuss.
Doch bereits seit 2002 besaßen die Kowalskys nicht mehr die Mehrheit: Die Muttergesellschaft von Rhön-Sprudel, die Schindel Holding, übernahm 51 % der Anteile und verkaufte diese 2009 weiter an die zum Oetker-Konzern gehörende Redeberger Gruppe. Gleichzeitig gaben die Brüder Peter und Stephan Kowalsky weitere Anteile ab, und zuletzt besaß die Familie noch rund ein Drittel der Firma. sie konnte nicht mehr verhindern, dass der Preis für Bionade um ein Drittel angehoben wurde. Zu den Folgen schreibt die Süddeutsche Zeitung: „Nach dem Rekordjahr 2007 mit 200 Millionen abgefüllten Flaschen brach der Absatz zuletzt um 60 Millionen Flaschen ein. Kowalsky und seine Familie sagten, sie hätten die Preiserhöhung nie gewollt. Und beklagten, dass unter dem angeblichen Diktat von Radeberger die Bionade bei Discountern im Regal stünde. Damit wurde die Marke verwässert und die Öko-Kundschaft verprellt. Zuletzt versuchte die Familie, das Ruder wieder an sich zu reißen. Aus der Bionade GmbH sollte eine Genossenschaft werden. Das scheiterte am Widerstand von Radeberger.“